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Montezuma - mit Kindern wird so manches Abenteuer zum Nervenkitzel

Nachdem wir an der Karibikküste festgestellt hatten, dass es doch nicht das war was wir uns vorgestellt hatten (das ist das Problem mit zu hohen Erwartungen), fragten wir uns wo wir denn nun die restlichen Wochen in Costa Rica verbringen wollten. Eins war klar. Nachdem wir nun 2 Monate nur am Reisen waren und max. 10 Nächte in einer Unterkunft verbrachten (wobei der Durchschnitt bei 3 Tagen lag), wurde es Zeit für einen schönen Ort, an dem wir uns wohl fühlten und zur Ruhe kommen konnten.


Natürlich hatten auch die Kinder hierbei ein Mitspracherecht. Man könnte auch sagen, sie waren die treibende Kraft bei der Entscheidungsfindung. Denn nachdem wir sie fragten, wo sie denn am Liebsten hin fahren wollten, kam es wie aus der Pistole geschossen!

Nach Tamarindo!!!

Kuba und ich schauten uns kurz an - natürlich hatten wir die Antwort schon erwartet 😂.

Also nahm ich das Handy in die Hand und buchte uns für die darauffolgende Woche in unserem Lieblingshotel ein Zimmer. Im Anschluss packten wir unsere Koffer und machten uns den ganzen Weg zurück zur Westküste.

Wir schafften es sogar bis nach Puntarenas. Hier gab es einen Hafen und unsere Überlegung war es, mit der Fähre auf die Nicoya Halbinsel zu fahren, um dort mit einem längeren Zwischenstopp in Montezuma weiter nach Tamarindo zu fahren.

Nachdem ich einige Stunden vor Ankunft in Puntarenas ein Hotel gebucht hatte, mussten wir uns an diesem Tag nicht auf Unterkunftssuche begeben. Eins vorab, Puntarenas ist kein Ort, an dem man sich lange aufhalten möchte. Und unser gebuchtes Hotel war es leider auch nicht.

Der Empfang viel nicht sonderlich freundlich aus und als wir am nächsten Tag am Frühstückstisch saßen, bekamen nur Kuba und ich einen Teller. Fragend schauten wir die Bedienstete an, die uns daraufhin auf spanisch Antwortete, dass es für die Kinder kein Frühstück gäbe. Wer Kinder hat weiß, was diese Nachricht für den Gemütszustand aller beteiligten bedeutet. Ich fragte sie mit meinem gebrochenen spanisch, ob das ihr ernst sei. Sie entschuldigte sich und fragte ob es ok sei, wenn sie uns zwei Teller mit Toast und Butter bringen würde. Es war ihr sichtlich unangenehm. Wobei ich an dieser Stelle anmerken möchte, dass die Servicekraft am wenigsten für die Situation konnte. Wie sich später herausstellte, lag es an der überaus "netten" Empfangsdame, die nur uns Erwachsenen ein Armbändchen gab und die Kinder nicht weiter beachtete - obwohl es sich um ein Familienzimmer handelte. Tja, ohne Bändchen kein Frühstück.

Die Mädels bekamen dann aber glücklicherweise doch noch ihr Butterbrot und so konnten wir zufrieden weiterfahren. Ok, fast zufrieden. Nachdem wir am morgen versuchten ein Platz auf der Fähre zu buchen, mussten wir feststellen, dass die Fähre schon ausgebucht war und wir erst zwei Tage darauf hätten fahren können. Da der Weg mit dem Auto zwar um einiges länger, aber dennoch machbar war, setzten wir uns ins Auto und fuhren los.

Emma und Emilia durften die ersten zwei Stunden auf den Tablets spielen und schliefen zur Mittagszeit ein. So hatten wir alle eine sehr entspannte Fahrt.

Vier Stunden später kamen wir in Playa Montezuma an. Einem schönen kleinen Ort direkt am Meer. Playa Montezuma besteht zum Großteil aus einer Straße, die am Strand entlang führt und einer Parallelstraße. Auf diesen überschaubaren Straßen befinden sich einige Restaurants und ein schöner Sandstrand. Nach unserem letzten Erlebnis hatten wir uns dazu entschlossen, die nächste Unterkunft lieber wieder direkt vor Ort zu suchen. Während Kuba mit den Mädels im Auto wartete, machte ich mich auf den Weg nach einer Bleibe für die nächsten Tage.

Am Pizzastand sprach mich eine Frau an und fragte, ob sie mir helfen könne. Ich berichtete ihr kurz von meinem Anliegen - da zückte sie schon ihr Handy und gab mir zu verstehen, dass sie da etwas für uns hätte. Auch der Kellner von nebenan nahm mich kurzerhand mit und fragte einige Hotelbesitzer, ob dort noch Platz für eine Familie sei. Eins muss man den Ticos schon lassen, sie sind (im Normalfall) sehr hilfsbereit! Die Pizzadame meinte es würde in fünfzehn Minuten jemand kommen, der mir auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Zimmer zeigen würde. Also holte ich Kuba und die Mädels aus dem Auto und wir warteten vor der Pizzeria. Emma und Emilia verspeisten gerade ein Stück Pizza, als nach 30 Minuten die Dame angefahren kam, die uns das Zimmer zeigen sollte. Sie hatte sogar mehrere Zimmer zur Auswahl. Wir entschieden uns für ein großes Zimmer mit Mini - Kochfeld, im Obergeschoss diverser Einkaufsläden. In diesem Moment wussten wir noch nichts von den Parties, die an Wochenenden dort stattfanden. An diesem Abend vielen wir völlig erschöpft ins Bett. Zumindest ich und die Mädels. Kuba hatte noch mit dem Geräuschpegel der Musik zu kämpfen, die ein paar Häuser nebenan lief. Es schien sich das halbe Dorf auf der Straße zu versammeln um dort zu tanzen, feiern oder einfach nur um sich mit anderen nett zu unterhalten. Die Mädels schliefen tief und fest - das war die Hauptsache.

Am nächsten Tag entdeckten wir einen tollen Spielplatz, der ein paar Tage zuvor erst fertig

gesellt wurde. Scheinbar möchte Montezuma mehr Familien für sich gewinnen. Dort spielten unsere Mädels mit den einheimischen Kindern und ich war total perplex, als Emma plötzlich begann mit spanischen Wörtern um sich zu werfen. Das ging ja schnell. Man muss dazu sagen, wir verbrachten dort bestimmt vier Stunden!

Aber dennoch fand ich es sehr bemerkenswert, wie schnell sie begann eine noch fremde Sprache zu nutzen. Man muss auch dazu sagen, dass es bisher selten vorkam, dass nur Ticos auf den Spielplätzen waren.

Der Spielplatz wurde zu unserer Hauptattraktion und so kamen wir jeden Tag hierher, unsere Mädels hatten eine Menge Spaß.


Als wir eines Abends im Anschluss am Strand spazierten, wunderten wir uns, was da an den Strand angespült wurde.


Ein Kugelfisch! Natürlich schauten wir uns den Fisch ganz genau an. Sehr faszinierend, vor allem wenn man bedenkt wie sehr er sich aufpusten kann…


Am Tag darauf spielten unsere Kinder am Strand. Es mündete ein kleiner Fluß (eigentlich war es eher ein schmaler Bach) ins Meer, an dem wir uns einige Zeit aufhielten. Die Mädels hatten Spaß daran über das Wasser zu springen. Zumindest solange, bis ein paar Jugendliche vorbeikamen und uns darüber aufklärten, dass in dem Fluß ein Krokodil hauste. Nachdem sie unsere geschockten Gesichtsausdrücke sahen, fügten sie hinzu - es sei aber nur ein kleines Krokodil. Achso, na dann... dachten wir uns und schauten, dass wir so schnell wie möglich dort weg kommen...

Auf dem Rückweg durch einen Teil des Dschungels, sprangen über unseren Köpfen einige Affen von Ast zu Ast.

Das mussten wir uns genauer anschauen. Während der Großteil der Strandbesucher fasziniert von dem Babyäffchen war (uns inklusive), das sich gerade an Mama Affe klammerte und mit ihr von Baum zu Baum schwang, nutzte ein weiteres Äffchen die Ablenkung um sich an den Lebensmittel einiger

Strandbesucher zu bedienen. Diese Affen sind nicht doof!


Am nächsten Tag wollten wir uns die Strände rund um Montezuma genauer anschauen.

Auf dem Weg entdeckten wir einen Parkplatz mit einem Schild "Free Waterfall". Das mussten wir uns genauer anschauen. Der Parkwächter meinte, es sei ein einfacher Fußweg von 15 Minuten, danach würden wir an einem wunderschönen Wasserfall ankommen. Dass der Wasserfall toll sein soll, hatten wir schon von anderen Reisenden mitbekommen. Also dachten wir uns - 15 Minuten, wieso nicht!

Was uns allerdings niemand sagte war, dass unser Weg aus rutschigen Steinen, dem überqueren eines Flusses und dem Klettern entlang von Gesteinen, die man nur über einen Seilzug passieren konnte, bestand. Versteht uns nicht falsch. Wir lieben Abenteuer! Aber mit zwei kleineren Kindern, die noch viel Unterstützung beim Klettern benötigen, klingt Spaß anders. Fragt uns nicht wie, aber irgendwie haben wir es geschafft, nach sicherlich der dreifachen Zeit, dort anzukommen. Wenn auch schweißgebadet und fix & fertig!

Nichts desto trotz wurden wir mit einem tollen Wasserfall - mitten im Dschungel belohnt.

Das Wasser war verdammt kalt, was unsere Mädels aber nicht davon abhielt darin zu planschen 😁. Wir verbrachten dort einige schöne Stunden, bis wir zur Erkenntnis kamen, dass wir wohl oder übel den ganzen Weg wieder zurück mussten 😭.



Am letzten Tag schauten wir uns am Morgen noch die Bucht bei Montezuma an, in der Steine in allen möglichen Farben zu finden waren. Es war sehr schön anzusehen. Doch der Weg zurück ins Auto gestaltete sich sehr schwierig - bei gefühlten 40 Grad und zwei müden Kindern. Aber wir haben es geschafft - auch wenn Kuba vorausging um uns mit dem Auto entgegen zu kommen 🤪.




Nun ging es endlich zurück nach Tamarindo. Die Mädels konnten es kaum erwarten!

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Hi, ich bin Evi. Ich bin Mama von zwei kleinen Entdeckerinnen, Frau eines Improvisationstalents 

und leide chronisch an Fernweh.

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